Bektur Janoff ist Bundessieger bei „Chemie – die stimmt!“
Unser Schüler gewinnt das Bundesfinale in Leipzig und schreibt zugleich die beste Theorieklausur seiner Wertungsgruppe
Riesengroße Freude am Hildegard-Wegscheider-Gymnasium: Bektur Janoff hat das Bundesfinale des Schülerwettbewerbs „Chemie – die stimmt!“ gewonnen. Der 15-Jährige belegte in der Wertungsgruppe 9/10 den ersten Platz in der Gesamtwertung und erzielte zusätzlich das beste Ergebnis in der Theorieprüfung. Damit setzte er sich gegen einige der stärksten Nachwuchschemikerinnen und Nachwuchschemiker Deutschlands durch. Herzlichen Glückwunsch, Bektur!
Ein Weg mit Ausdauer
Der Bundessieg ist das Ergebnis einer beeindruckenden Entwicklung. Schon als Achtklässler hatte Bektur im vergangenen Jahr die länderübergreifende Regionalrunde erreicht, das Bundesfinale damals aber noch knapp verpasst. In dieser Saison wurde er zunächst Zweiter der Berliner Landesrunde und gewann anschließend die Regionalrunde Nord der neunten Klassen in Rostock, wo er außerdem zu den Siegern des praktischen Wettbewerbs gehörte.
Wie er auf das Ausscheiden im Vorjahr reagiert hat, beschreibt Bektur ganz nüchtern: „Ich habe regelmäßig geübt und versucht, die Themen wirklich zu verstehen, statt nur Sachen auswendig zu lernen.“ Genau dieser Weg hat ihn nun bis ganz nach oben geführt.
Zwei Wegscheider im Bundesfinale
Bektur war nicht allein in Leipzig: Auch Richard Lemche von unserer Schule hatte sich über die Regionalrunde Nord für das Bundesfinale qualifiziert. Insgesamt waren fünf Berliner Schüler im 38-köpfigen Finalfeld vertreten. Bei der Regionalrunde Nord gingen in der neunten Klasse sogar alle drei direkten Finalplätze an Berliner Schulen. Auch Richard gratulieren wir herzlich zu dieser starken Leistung!

Chemie weit über den Schulstoff hinaus
Die Aufgaben im Finale gingen deutlich über den Unterrichtsstoff der Mittelstufe hinaus. In einer Theorieaufgabe beschäftigten sich die Jugendlichen etwa mit Chrom und seinen Oxidationsstufen. Gefragt waren Elektronenkonfigurationen, die Strukturen von Chromat und Dichromat sowie chemische Gleichgewichte und analytische Verfahren. Über die gesamte mehrstündige Theorieprüfung hinweg erzielte Bektur das beste Ergebnis seiner Wertungsgruppe.
Auch im Labor war Können gefragt: Eine Aufgabe bestand darin, Koffein aus Grüntee zu isolieren und anschließend per Dünnschichtchromatographie nachzuweisen, dass der gewonnene Stoff tatsächlich Koffein enthält. Als Vergleich diente eine Probe aus einer Koffeintablette.
Fünf Tage Wissenschaft in Leipzig
Das Bundesfinale fand vom 22. bis 26. September 2026 an der Fakultät für Chemie der Universität Leipzig statt, organisiert vom Förderverein Chemie-Olympiade e.V. Neben den Prüfungen standen eine Einführung in die Laborarbeit, eine Experimentalvorlesung, ein Besuch im Neuen Rathaus Leipzig und eine Exkursion zum Leibniz-Institut für Troposphärenforschung auf dem Programm. Mindestens genauso wichtig war die Begegnung mit Gleichgesinnten, die Chemie genauso begeistert wie Bektur und Richard.
Bei der Siegerehrung überreichte Prof. Leder, Direktor des Leipziger Naturkundemuseums, Bektur die Siegerurkunde. Wettbewerbsleiter Jan Rossa zeichnete die beiden Gesamtsieger, Simon Jordan und Bektur Janoff, zusätzlich mit einer Ehrennadel aus: dem Maskottchen des Wettbewerbs in Gold.
Vom Chemiekasten auf dem Balkon zum Bundessieg
Bekturs Begeisterung für Naturwissenschaften begann früh. Mit etwa neun Jahren wünschte er sich einen Kristallbaukasten, später bekam er einen großen Chemie-Experimentierkasten. Die ersten Versuche machte er unter Aufsicht seiner Mutter auf dem Balkon. Seine Großmutter in Kirgisistan, selbst Chemielehrerin, schickte ihm Reagenzgläser und weitere Materialien, und sein Großvater ließ für ihn sogar einen kleinen Laborkittel anfertigen.
Heute interessiert sich Bektur neben Chemie auch für Mathematik, Physik und Informatik und nimmt an zahlreichen Mathematikwettbewerben teil. Später möchte er Wissenschaft nutzen, um konkrete Probleme zu lösen, etwa in Medizin, Umweltschutz, Energie oder Ernährung. Besonders reizt ihn die Verbindung von Chemie und Medizin, zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Medikamente.
Wir sind sehr stolz auf Bektur und Richard und wünschen beiden weiterhin viel Freude und Erfolg mit der Chemie!
Das vollständige Interview mit Bektur gibt es hier
Alle Ergebnisse des Bundesfinales: externer Link
