Projekttag Antisemitismus am 09.10.2018

Am 09.10.2018 fand am HWG der fächer- und klassenübergreifende Projekttag zum Thema Antisemitismus statt. Drei Lerngruppen nahmen an diesem Projekttag teil: die Religionsschülerinnen und -schüler der 9. Klasse, die 10 b sowie der Politik Grundkurs von Herrn Menzel. Den Anlass für den Projekttag bildete das 20-jährige Jubiläum der Einweihung der Gedenktafeln für die jüdischen Schülerinnen, welche die Schule im Nationalsozialismus verlassen mussten.

Zu Beginn des Projekttages fanden sich alle drei Lerngruppen in der Aula zusammen. Den Auftakt bildete ein Interview mit der ehemaligen Religionslehrerin Frau Bausch. Sie hatte vor über 20 Jahren das Gedenktafelprojekt gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern initiiert und berichtete von ihrer Arbeit damals. Anschließend begann die 3-stündige Projektarbeit in den einzelnen Lerngruppen. Die Religionschülerinnen und  -schüler der 9. Klasse begaben sich gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Opahle und Frau Bagh auf einen Stolpersteinspaziergang durch Berlin-Grunewald. Die Lernenden dokumentierten ihren Spaziergang in Form eines Plakates.

Die Klasse 10b recherchierte zur Schule im Nationalsozialismus und zum Leben der ehemaligen Schülerin des Bismarck-Lyceums (so hieß das HWG von 1912 bis 1939) Felice Schragenheim. Sie war Jüdin und kam 1945 auf dem Transport nach Bergen-Belsen ums Leben. Sie befand sich bis zu ihrem Tode in einer Liebesbeziehung mit Lilly Wust, welche mit einem Nationalsozialisten verheiratet war und vier Kinder hatte. Die Geschichte von Felice und Lilly erlangte durch den Film „Aimée & Jaguar“ (1999) weltweite Bekanntheit. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten zu verschiedenen Themen, etwa der Biographie Felice Schragenheims und der Schule im Nationalsozialismus, Plakate. Die Lernenden verfassten auch eigene Gedichte im Stil von Felice Schragenheim und Mascha Kaléko.

Der Politik Grundkurs von Herrn Menzel beschäftigte sich mit antisemitischen Vorfällen aus der jüngsten Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten u.a. zum Echo-Skandal um die Musiker Farid Bang und Kollegah sowie den antisemitischen Ausschreitungen in Berlin (z. B. die Gürtel-Attacke gegen einen Kippa-Träger). Auch die Lernenden des Grundkurses hielten ihre Arbeitsergebnisse auf Plakaten fest, so dass auch diese der gesamten Schulöffentlichkeit in Form einer kleinen Ausstellung zugänglich gemacht werden konnten.

In der Mittagspause fand die Feierstunde anlässlich der Verleihung des Siegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Es  gab ein von den Schülerinnen und Schülern aller Klassen vorbereitetes internationales Buffet. Nach der Feierstunde fanden sich die drei Lerngruppen wieder in der Aula zusammen und hörten einen Vortrag des Historikers Professor Puschner (FU Berlin) zur Geschichte des Antisemitismus. Im Anschluss stellten die Schülerinnen und Schüler Fragen und diskutierten mit dem Professor über die gegenwärtigen Tendenzen des Antisemitismus. Diese Diskussion bildete den Abschluss des Projekttages.

Exkursion ins Deutsche Historische Museum am 19.12.2018

Am 19.12.2018 unternahmen die Schülerinnen und Schüler des Geschichtsleistungskurses von Herrn Greinke und des Geschichtsgrundkurses von Frau Gnausch eine Exkursion ins Deutsche Historische Museum. Sie nahmen an der Themenführung „Stadtluft macht frei – Alltag, Recht, und Markt in der Stadt des Mittelalters“ teil. Die Lernenden konnten ihr bereits vorhandenes Wissen durch die Führung vertiefen und bekamen außerdem anhand von Exponaten einen sehr lebendigen Einblick in die Lebenswelt des Mittelalters. Somit bildete die Exkursion einen würdigen Abschluss der Unterrichtsreihe zum Mittelalter.